UROSTOMA

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Was ist ein Urostoma?

         
Ein Urostoma ist eine künstlich angelegte Ableitung des Harns über die Hautoberfläche. Dabei bedeutet Uro so viel wie „Harn“ und Stoma „Mund“ oder „Öffnung“. Sie zählt zu den dritthäufigsten Stomaanlagen. Das Urostoma kann nur für einen bestimmten Zeitraum oder auch dauerhaft notwendig sein.

Ein Urostoma muss angelegt werden, wenn die normale Harnableitung nicht möglich ist. Das kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen:
  • gutartige und bösartige Tumore der Harnblase
  • Verengung (Stenose) der ableitenden Harnwege
  • Verletzung nach Unfall oder Operation
  • angeborene oder erworbene Nervenschädigungen
  • Fehlbildungen
  • Folgen einer Strahlentherapie

Arten im Überblick

        
Es gibt verschiedene Arten des Urostomas. Die häufigste Form ist das Conduit. Des Weiteren gibt es noch die Harnleiter-Hautfistel (TUUC) und den Pouch. Bei den beiden erstgenannten Stomaarten fließt der Urin stetig ab. Es gibt keinen Verschlussmechanismus, der eine Kontinenz und damit eine kontrollierte Ausscheidung des Urins bewirken könnte. Beim Mainz-Pouch handelt es sich im Gegensatz dazu um eine kontinente Urostomie. Dasselbe gilt für das Mitrofanoff-Stoma.

Conduit

        
Die Bezeichnung Conduit leitet sich von dem lateinischen Begriff conducere ab und bedeutet so viel wie leiten oder zusammenführen. Das rührt daher, dass bei dieser Stomaart ein stillgelegtes Darmstück mit den Harnleitern verbunden wird. Je nachdem, welcher Darmabschnitt verwendet wird, unterscheidet man ein Ileum-Conduit und ein Kolon-Conduit. Bei Ersterem wird ein zwölf bis 15 Zentimeter langer Dünndarm-, bei Letzterem ein Dickdarmabschnitt vom restlichen Darm abgetrennt. Das eine Ende dieses Darmstückes wird verschlossen. Das andere Ende wird mit einer künstlich geschaffenen Öffnung in der Bauchdecke verbunden. Der Urin wird nun über die Harnleiter, deren Ende operativ mit diesem Darmstück verbunden wurde, kontinuierlich nach außen in ein Beutelsystem abgeleitet. Damit nach dem Eingriff die Nähte gut verheilen und der Urin ungehindert abfließen kann, wird das Stoma für kurze Zeit mithilfe eines sogenannten Splints geschient.
Äußerlich ähnelt das Conduit einem künstlichen Darmausgang. Am häufigsten wird heute als Urostoma das Ileum-Conduit verwendet.

Harnleiter-Hautfistel

        
Der Fachbegriff für die Harneiter-Hautfistel lautet Trans-uretero-uretero-cuntaneostomie. Das bedeutet, dass bei dieser Art des Urostomas die Harnleiter direkt mit der Haut verbunden werden und der Urin so nach außen abfließen kann. Abhängig von den anatomischen Voraussetzungen werden entweder beide Harnleiter einzeln durch eine Öffnung in der Bauchdecke nach außen geleitet oder der kürzere Harnleiter wird in der Bauchhöhle operativ mit dem längeren Harnleiter verbunden, der dann in der Bauchdecke mündet und den Urin ableitet. Die Harnleiter-Hautfistel liegt flach auf der Bauchdecke. Sie neigt dazu, zu vernarben oder sich zu verengen. Deshalb wird sie häufig mit einem dünnen Katheter, über den der Urin dann in ein Beutelsystem abfließt, geschient. Dieser Katheter muss regelmäßig von einem Urologen gewechselt werden.

Mitrofanoff-Stoma

        
Beim Mitrofanoff-Stoma handelt es sich um eine Operationstechnik, die eingesetzt werden kann, wenn Patienten unter verschiedenartigen Harnblasenentleerungsstörungen oder einer mit anderen Methoden nicht behandelbaren Harninkontinenz leiden. Eine Voraussetzung für diese Operationstechnik ist, dass die Harnblase erhalten bleiben kann. Der Operateur setzt den Blinddarm oder ein Stück Dünndarm als Verbindung zwischen Harnblase und Bauchwand ein. Die Kontinenz dieses Stomas wird über einen Klappenmenchanismus erreicht. Der Urin fließt also nicht kontinuierlich nach außen ab. Die Harnblase wird vom Bauch aus über diese Verbindung mittels Katheter regelmäßig entleert.

Mainz-Pouch I

         
Bei einem Pouch handelt es sich um ein künstlich geschaffenes Reservoir oder eine Gewebetasche. Wird ein Pouch zur Anlage eines Urostomas verwendet, schafft der Operateur aus Darmanteilen in der Bauchhöhle einen katheterisierbaren Blasenersatz. Je nachdem, aus welchen Darmabschnitten dieser Blasenersatz (Neoblase) gebildet wird, unterscheidet man verschiedene Pouch-Operationstechniken. Eine der am häufigsten angewandten und vorteilhaftesten ist der sogenannte Mainz-Pouch I.
Beim Mainz-Pouch I wird aus Teilen des Dick- und Dünndarmes ein neues Reservoir für den Urin geschaffen. Meist besteht er zu einem Drittel aus Dick- und zu zwei Dritteln aus Dünndarmanteilen. Das Urinvolumen, das diese Ersatzblase fassen kann, liegt bei 300 bis 600 Millilitern. Dieses neu geschaffene Urinreservoir wird dann, falls noch vorhanden, über den Blinddarm oder ein Dünndarmstück mit dem Bauchnabel verbunden. Deshalb nennt man diesen Pouch auch Nabel-Pouch. Durch eine spezielle OP-Technik wird erreicht, dass das Stoma dicht ist und der Urin nicht von selbst aus der Ersatzblase abfließen kann. Sie wird von den Betroffenen mithilfe eines Einmalkatheters selbständig regelmäßig entleert.
Diese Art des Urostomas stellt für die Betroffenen eine sehr komfortable Lösung dar, weil der Nabel-Pouch in der Regel dicht ist und ihnen ein völlig normales Leben ohne wesentliche Einschränkungen ermöglicht. Voraussetzung für einen Mainz-Pouch I ist allerdings, dass es der Gesundheitszustand der Betroffenen zulässt, dass sie die Pflege des Stomas und das Katheterisieren der Ersatzblase ohne fremde Hilfe leisten können.

Schemazeichnung eines Nabel-Pouchs
Abb. 1: Schemazeichnung eines Nabel-Pouchs
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