STOMABEUTEL

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Alle Informationen zu Stomabeuteln

          
Ein Stomabeutel-System besteht aus einem Stomabeutel, der die Ausscheidungen aus dem Stoma auffängt und einer Hautschutzplatte, die den Stomabeutel an der das Stoma umgebenden Haut befestigt.

In Deutschland wird eine große Fülle unterschiedlicher Varianten angeboten. Das ist gut, denn so können Nutzer ein Stomabeutel-System nutzen, das optimal auf ihre persönlichen Bedürfnisse passt.

Worauf kommt es an?
  1. Offener oder geschlossener Stomabeutel?
    Für die Darmableitung wird unterschieden zwischen
    • geschlossenen Stomabeuteln (auch Kolostomiebeutel genannt) und
    • offenen Stomabeuteln mit einer Ausstreifvorrichtung (auch Ileostomiebeutel genannt)
      Geschlossener Stomabeutel (Kolostomiebeutel)
      Abb. 1: Geschlossener Stomabeutel (Kolostomiebeutel)
      Offener Stomabeutel (Ileostomiebeutel)
      Abb. 2: Offener Stomabeutel (Ileostomiebeutel)

    Zur Harnableitung wiederum werden eigene spezielle Urostomiebeutel eingesetzt.
    Urostomiebeutel
    Abb. 3: Urostomiebeutel
     

    Wichtig ist, dass der Stomabeutel zu den Ausscheidungen aus dem Stoma passt. Das bedeutet Folgendes:
    Geschlossene Stomabeutel werden benutzt, wenn der aufgefangene Stuhl konsistent und geformt ist. Der Gasfilter des Beutels ist nicht für flüssige Ausscheidungen vorgesehen. Sobald der geschlossene Beutel voll ist, wird er gewechselt. In der Regel sollten dabei 3 Beutel pro Tag ausreichen. Meist werden geschlossene Stomabeutel zur Versorgung eines Colostoma (Dickdarmausgang) verwendet. Sie werden als einteiliges System oder als zweiteiliges System angeboten.

    Offene Stomabeutel hingegen (auch Ausstreifbeutel genannt) haben am Ende eine Öffnung, durch die die gesammelten Ausscheidungen entleert werden können, ohne den Beutel wechseln zu müssen. Nach der Entleerung kann der Beutel wieder verschlossen werden. Meist werden offene Stomabeutel bei einem Ileostoma (Dünndarmausgang) mit typischerweise häufigeren und unregelmäßigeren Entleerungen und weichem bis flüssigem Stuhl genutzt. Offene Beutel bieten sich jedoch auch an, wenn keine gute Möglichkeit für einen Wechsel des Beutels besteht (z.B. im Urlaub oder auch im Beruf). Offene Stomabeutel werden ebenfalls als ein- oder zweiteiliges System angeboten.


  2. Einteiliger oder zweiteiliger Stomabeutel?
    Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen einteiligen und zweiteiligen Beutelsystemen:
    Einteiliger (geschlossener) Stomabeutel
    Abb. 4: Einteiliger (geschlossener) Stomabeutel
    Zweiteiliger (geschlossener) Stomabeutel
    Abb. 5: Zweiteiliger (geschlossener) Stomabeutel

    Bei einteiligen Systemen sind Hautschutzplatte und Stomabeutel fest miteinander verbunden. Bei einem Wechsel wird das komplette Stomabeutel-System inklusive der Hautschutzplatte entfernt. Nach Säubern der Stomaumgebung wird wiederum ein neues Beutelsystem angelegt.

    Vorteile einteiliger Systeme:
    • Sie passen sich flexibel den Bewegungen des Körpers anpassen und sind angenehm zu tragen
    • Sie sind insgesamt weniger auffällig als zweiteilige Syteme
    • Einteilige Systeme werden von vielen Nutzern als sauber und hygienisch empfunden, da die Haut bei jedem Beutelwechsel gereinigt wird

    Nachteile einteiliger Systeme:
    • Einteilige Systeme müssen komplett gewechselt werden. Durch das Abziehen der Haftfläche kann die Haut bei oftmaligem Wechsel strapaziert werden
    • Zudem erfordern einteilige Systeme tendenziell eine höhere Fingerfertigkeit als zweiteilige Systeme

    Zweiteilige Systeme bestehen aus einer separaten Hautschutzplatte und einem separaten Stomabeutel. Sie sind mit einem Rastring oder einer Klebefläche miteinander verbunden.

    Vorteile zweiteiliger Systeme:
    • Der Beutel kann einfach und häufig gewechselt werden, ohne die auf der Haut haftende Hautschutzplatte abzunehmen. Somit schonen zweiteilige Systeme die Haut, was speziell bei geschlossenen Beuteln und häufigem Wechsel ein Vorteil sein kann. Zudem ist der Wechselaufwand geringer
    • Sie sind speziell für Nutzer mit eingeschränkter Fingerfertigkeit leichter zu bedienen

    Nachteile zweiteiliger Systeme:
    • Zweiteilige Systeme (speziell die mit Rastring) sind eher starr und weniger flexibel und und können den Träger stören
    • Speziell die Lösung mit Rastring ist auffälliger als ein einteiliges System

  3. Flache oder gewölbte Hautschutzplatte?

    Flache Hautschutzplatte
    Abb. 6: Flache Hautschutzplatte
    Gewölbte (konvexe) Hautschutzplatte
    Abb. 7: Gewölbte (konvexe) Hautschutzplatte

    Die Wahl der richtigen Hautschutzplatte ist für eine auslaufsichere, sehr gut haftende und hautverträgliche Stomaversorgung sehr wichtig!

    Moderne Hautschutzplatten bestehen aus haftendem Material (Adhäsivmaterial). Dieses setzt sich in der Regel je nach Produkt aus einer unterschiedlichen Mischung von Pektin, Gelatine, Carboxymethylcellulose (CMC) oder auch besonderes Baumharz (Karaya) zusammen. So wird von der Haut abgegebene Feuchtigkeit aufgenommen und eine gute Haftung gewährleistet.

    Darüber hinaus ist der Grad der Wölbung eine sehr wichtige Eigenschaft von Hautschutzplatten: Hier werden flache (plane) und konvexe Hautschutzplatten unterschieden:
    • Flache Hautschutzplatten kommen in der Regel zum Einsatz, wenn das Stoma nach außen steht (normales, prominentes oder prolabiertes Stoma) und die stomaumgebende Haut relativ eben ist
    • Zum Bauch hin gewölbte (konvexe) Hautschutzplatten werden genutzt, wenn es schwierig ist, eine dichte Stomaversorgung mit flachen Hautschutzplatten und zusätzlichem Abdichtmaterial (Stomapaste, Hautschutzringe) herzustellen. Dies kommt vor, wenn das Stoma auf oder unter Hautniveau liegt, die Haut in der Stomaumgebung durch Falten oder Narben sehr uneben ist. Durch die Wölbung passt sich die Hautschutzplatte besser diesen Mulden und Hautvertiefungen an. Im Ergebnis wird eine höhere Dichtigkeit erzielt.

    Die Auswahl der richtigen Hautschutzplatte sollte mit professioneller Unterstützung und durch Testen verschiedener Hautschutzplatten-Varianten erfolgen. Wenn die Hautumgebung nicht wirkungsvoll vor den Ausscheidungen aus dem Stoma isoliert werden kann, entstehen Leckagen, die wiederum (unangenehme) Hautirritationen zur Folge haben können. Ferner kann sich das Stomabeutel-System ablösen.


  4. Die optimale Lochgröße
    Die Hautschutzplatten von Stomabeuteln haben entweder bereits eine vorgeschnittene Öffnung oder können individuell auf Größe und Form des Stomas zugeschnitten werden. Wichtig ist, dass die Öffnung der Hautschutzplatte das Stoma dicht umschließt. Das bedeutet, dass die Lochgröße nicht größer als das Stoma sein sollte, um die Haut vor aggressiven Ausscheidungen aus dem Stoma zu schützen.

    Nach der Operation ist das Stoma oft noch eine Zeit geschwollen, verkleinert sich aber dann in der Folge. In dieser Zeit sollte die Stomagröße mindestens einmal wöchentlich nachgemessen werden und die Öffnung der Hautschutzplatte entsprechend angepasst werden.


  5. Was ist sonst noch wichtig?
    Gasfilter:
    Die meisten Stomabeutel und Stomakappen haben einen Filter. Durch diesen können Darmgase geruchlos austreten; flüssiger oder fester Stuhl wird jedoch zurückgehalten. So wird ein Aufblähen des Beutels verhindert. Je nach Stomabeutel unterscheiden sich die Filter z.B. bei Nutzungsdauer, Robustheit gegen Feuchtigkeit, Durchflussgeschwindigkeit der Darmgase, usw. Insofern ist auch der Filter ein sehr wichtiger Auswahlparameter bei Stomabeuteln.

    Füllvolumen des Stomabeutels:
    Stomabeutel sind in unterschiedlichen Größen erhältlich (mini, midi, maxi). Die richtige Größe sollte sich nach der Ausscheidungshäufigkeit und dem Entleerungs-/Wechselrhythmus richten. Wird der Stomabeutel häufig gewechselt bzw. entleert, kann auf einen kleineren Beutel zurückgegriffen werden. Ein Vorteil ist, dass kleinere Beutel, die häufig gewechselt/entleert werden, unauffälliger unter der Kleidung getragen werden können als größere Beutel, die weniger häufig gewechselt bzw. entleert werden. Zudem kann ein größerer, voller Beutel die Haftung belasten.

    Farbe des Stomabeutels:
    Transparente Beutel ermöglichen eine Sicht auf das Stoma und die Ausscheidungen, weiße oder hautfarbene Beutel verdecken den Blick auf den Inhalt.

    Knistergeräusche:
    Knistergeräuschen der Beutelfolie: Die Folien der meisten Beutel verursachen wenig bis keine Knistergeräusche, doch mag es im Einzelfall Unterschiede geben.

    Unterstützendes Stomazubehör:
    Um die Hautschutzplatte des Stomabeutels sicher zu befestigen, können im Einzelfall Zubehör-Produkte sinnvoll sein. Hierzu gehören vor allem Abdichtmaterialien wie Stomapaste, modellierbare Hautschutzstreifen und Hautschutzringe. Diese sind häufig dann von Vorteil, wenn Besonderheiten bei der Hautoberfläche wie z.B. Narben, Falten, hervorstehende Knochen vorliegen, die eine Befestigung der Hautschutzplatte ansonsten erschweren können.


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