DARMKREBS

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Was ist Darmkrebs?

         
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Jährlich erkranken nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut in Deutschland etwas mehr als 62.000 Menschen neu an Darmkrebs. Dabei handelt es sich in 95 Prozent der Fälle um Dickdarmkrebs. Nur zwei bis fünf Prozent der Fälle betreffen den Dünndarmkrebs. Das Erkrankungsrisiko für Darmkrebs steigt mit zunehmendem Alter. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist 70 Jahre und älter. Nur zehn Prozent erkranken vor dem 55. Lebensjahr.

Der Darm ist Teil des Verdauungskanals und besteht aus verschiedenen Abschnitten, die im Verdauungsprozess unterschiedliche Funktionen erfüllen. Er wird in Dünn- und Dickdarm unterteilt. Der Dünndarm hat die Aufgabe, die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen und dem Nahrungsbrei das Wasser zu entziehen. An den Dünndarm schließt sich der Dickdarm (Kolon) an. Er untergliedert sich in Blinddarm mit Wurmfortsatz (Zökum mit Appendix), aufsteigendes Kolon (Colon ascendes), Querkolon (Colon transversum), absteigendes Kolon (Colon descendens), das S-förmige Sigma (Colon sigmoideum) und den Enddarm (Rektum). Der Dickdarm transportiert und speichert den Stuhl, bis er ausgeschieden wird. Dabei entzieht er ihm weiter Flüssigkeit. Abhängig davon, in welchem Darmabschnitt sich ein bösartiger Tumor entwickelt, unterscheiden sich Symptome, Therapiemöglichkeiten und der Krankheitsverlauf voneinander.

Schmatische Übersicht Därme
Abb. 1: Schmatische Übersicht Därme

Darmkrebs entwickelt sich langsam. Je früher er erkannt wird, um so besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen. Aus diesem Grund hat in Deutschland jeder Anspruch auf eine kostenlose Krebsfrüherkennung. Ab dem 50. Lebensjahr beinhaltet diese einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Hämoccult-Test). Dieser Test kann bis zum 55. Lebensjahr jährlich durchgeführt werden. Danach hat der Versicherte Anspruch auf eine Darmspiegelung, die bei unauffälligem Befund nach zehn Jahren wiederholt werden kann.

Welche Ursachen gibt es?

        
Wie für viele andere Krebsarten gilt auch für den Darmkrebs, dass die Ursache für seine Entstehung noch nicht vollständig geklärt ist. Man weiß allerdings, dass verschiedene Faktoren zusammenkommen müssen, damit gutartige Zellen der Darmschleimhaut beginnen, unkontrolliert zu wachsen und sich in bösartige Zellen umzuwandeln.
Etwa 90 Prozent der Darmkrebsfälle entstehen durch die bösartige Entartung von Darmpolypen. Das sind ursprünglich gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut. In seltenen Fällen handelt es sich um eine Form von erblichem Darmkrebs. Hierbei liegen schon bei der Geburt genetische Veränderungen vor, die das Darmkrebsrisiko stark erhöhen. Zu diesen Formen des erblichen Darmkrebses gehört unter anderem die familiäre adenomatöse Polyposis (FAP).
Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken steigt außerdem, wenn:
  • eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut vorliegt (beispielsweise bei Colitis ulcerosa)
  • ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten bestehen (fettreiche und ballaststoffarme Ernährung, Rauchen, Übergewicht)
  • nahe Verwandte an anderen Krebserkrankungen wie Eierstockkrebs, Brustkrebs oder Gebär­mut­ter­halskrebs erkrankt sind
  • nahe Verwandte bereits vor dem 50. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankt sind

Was sind die Symptome?

        
Darmkrebs gehört zu den Krebsarten, die sich über einen langen Zeitraum entwickeln. Aus diesem Grund beginnen auch die Krankheitszeichen schleichend. Deshalb bleibt der Darmkrebs häufig lange unentdeckt. Die Beschwerden, die der Darmkrebs verursacht, können recht unspezifisch sein. Dazu gehören häufige Müdigkeit, eine unerklärliche Minderung der Leistungsfähigkeit, plötzlicher Gewichtsverlust, Nachtschweiße und immer wieder auftretendes leichtes Fieber.

Der Körper sendet allerdings noch andere Warnsignale, die auf einen Darmkrebs hindeuten können. Dazu gehören:
  • Blutbeimengungen zum Stuhl, die ihn rot oder schwarz färben können
  • Änderungen der Stuhlgewohnheiten (beispielsweise der Wechsel von Verstopfung und Durchfall oder bleistiftdünner Stuhl)
  • Blähungen mit gleichzeitigem Abgang von geringen Mengen Stuhl, Schleim oder Blut
  • wiederholtes Auftreten von krampfartigen Bauchschmerzen
  • auffällig übelriechender Stuhl
  • häufiger Stuhldrang

Bei fortgeschrittenem Darmkrebs, wenn der Tumor das Darmvolumen teilweise oder vollständig ausfüllt, entwickelt sich ein Darmverschluss (Ileus). Da der Darminhalt diese Engstelle nicht mehr passieren kann, wird kein Stuhl mehr ausgeschieden und auch Darmgase können nicht mehr entweichen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Erbrechen mit Kotbeimengungen. Ein Darmverschluss muss sofort operiert werden.

Darmtumor
Abb. 2: Darmtumor

Doch keines dieser Symptome tritt ausschließlich nur bei Darmkrebs auf. Es können immer andere Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Unverträglichkeiten wie bei Zöliakie oder Laktoseintoleranz dahinterstecken. Nur ein Arzt kann herausfinden, um welche Erkrankung es sich letztendlich handelt.

Wie wird Darmkrebs diagnostiziert?

        
Neben einem ausführlichen Gespräch und einer allgemeinen körperlichen Untersuchung wird der Arzt einige spezielle Untersuchungen veranlassen, um herauszufinden, ob ein Darmkrebs die Ursache für die vorliegenden Darmsymptome ist. Dazu gehören:

Hämoccult-Test
Beim Hämoccult-Test (häm = Blut; occult = versteckt) handelt es sich um einen Labortest, mit dessen Hilfe geringste Mengen Blut im Stuhl nachweisbar sind. Der Test lässt sich ganz einfach durchführen. Er besteht aus einem Testbriefchen mit drei Testfeldern, auf die an drei aufeinanderfolgenden Tagen mithilfe eines Spatels eine Stuhlprobe aufgetragen wird. Der Arzt kann diesen Test sofort in seiner Praxis auswerten, indem er eine Testflüssigkeit auf die Testfelder träufelt. Ist Blut im Stuhl, kommt es zu einer typischen Verfärbung.
Doch alleine der Nachweis von Blut im Stuhl heißt noch nicht, dass Darmkrebs dafür verantwortlich ist. Weitaus häufiger werden diese Blutspuren von Hämorrhoiden, Darmpolypen oder entzündlichen Darmerkrankungen verursacht.

Tastuntersuchung
Der Arzt tastet den Enddarm mit einem Finger (digital-rektale Untersuchung) aus. Dabei achtet er auf die Beschaffenheit der Darmschleimhaut des Enddarmes. Tastet er knotige Veränderungen, muss die Ursache dafür mittels einer Spiegelung des Mastdarmes (Rektoskopie) und des gesamten Dickdarmes (Koloskopie) abgeklärt werden.

Koloskopie
Die Koloskopie ist die Standarduntersuchung, wenn es darum geht, Darmkrebs nachzuweisen oder auszuschließen. Bei der Darmspiegelung kann der Arzt die Darmschleimhaut genau in Augenschein nehmen, Veränderungen erkennen und Gewebeproben entnehmen, die dann im Labor unter einem Mikroskop untersucht werden.
Vor der Darmspiegelung muss der Darm gründlich gereinigt werden. Dazu trinkt der Patient Stunden vor der Untersuchung eine spezielle Spüllösung. Nur so kann der untersuchende Arzt den Darm später genau beurteilen.
Die Darmspiegelung wird mithilfe eines Endoskops durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen etwa fingerdicken, biegsamen Schlauch, der an seiner Spitze mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet ist. Das Endoskop wird über den After in den Darm eingeführt und bis zum Ende des Dickdarmes vorgeschoben. An einem Monitor kann der Arzt sich die Bilder aus den Dickdarm anschauen und die Darmschleimhaut beurteilen. Fallen ihm Veränderungen der Darmschleimhaut auf, nimmt er mit speziellen Instrumenten, die er über einen separaten Kanal des Endoskops einführt, Gewebeproben.

Rektoskopie
Wurde bei der Darmspiegelung ein Karzinom im Mastdarmbereich (Rektumkarzinom) entdeckt, führt man anschließend noch eine Rektoskopie durch. Dadurch kann die Lage des Tumors noch genauer bestimmt werden. Außerdem lässt sich feststellen, ob der Schließmuskel betroffen ist. Ist das der Fall, entscheidet die Ausbreitung des Tumors darüber, ob bei der Operation der Schließmuskel erhalten werden kann oder ob der Patient dauerhaft ein Stoma tragen muss.

Wurde ein Darmkrebs diagnostiziert, folgen noch weitere Untersuchungen, um die genaue Lage des Tumors und seine Ausbreitung zu bestimmen. Außerdem soll herausgefunden werden, ob der Tumor bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat.

Ultraschall (Sonografie)
Bei der Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes konzentrieren sich die Ärzte vor allem auf die Untersuchung der Leber, um herauszufinden, ob sich dort bereits Metastasen abgesiedelt haben.
Die Ultraschalluntersuchung des Mastdarmes (Endosonografie) eignet sich hingegen gut, um die genaue Ausbreitung des Tumors innerhalb der Darmwand zu beurteilen. Diese Untersuchungsergebnisse sind besonders wichtig für die Planung der Operation.

Ultraschall
Abb. 3: Ultraschall

Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT)
Beide Untersuchungen dienen dazu, die genaue Tumorgröße und -ausbreitung zu bestimmen. Außerdem kann man auf ihren Bildern erkennen, ob sich im Kopf-, Bauch- oder Brustraum Metastasen befinden.

Röntgenuntersuchung
Die Röntgenuntersuchung des Brustbereiches dient ebenfalls dazu, mögliche Metastasen in der Lunge auszuschließen.

Skelettszintigrafie
Bei dieser Untersuchungsmethode handelt es sich um ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, mit dessen Hilfe man Knochenbereiche mit einem erhöhten Stoffwechsel nachweisen kann. Solche Bereiche stellen unter anderem auch Knochenmetastasen dar. Deshalb wird diese Methode ebenfalls zum Nachweis von Knochenmetastasen eigesetzt.

Patient während Kernspintomographie im Krankenhaus
Abb. 4: Patient während Kernspintomographie im Krankenhaus

Weitere Untersuchungen
Hat der Tumor bereits benachbarte Strukturen im Bauchraum befallen, wird bei Frauen auch eine gynäkologische Untersuchung veranlasst, um herauszufinden, ob sich der Krebs bis zu den Eierstöcken, in die Gebärmutter oder Scheide ausgebreitet hat. Besteht der Verdacht auf einen Befall der Harnblase, wird das mittels Blasenspiegelung (Zystoskopie) abgeklärt.

Welche Therapien gibt es?

         
Zur Therapie von Darmkrebs stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die einzeln angewendet oder miteinander kombiniert werden. Die Darmkrebs-Therapie ist abhängig davon, wo der Tumor lokalisiert ist. So unterscheiden sich die genauen Therapien von Dünndarmkrebs, Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom), Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) oder eines Analkarzinoms deutlich voneinander.

Ganz allgemein ist die wichtigste Darmkrebs-Therapie die Operation. Dabei wird das Krebsgewebe mit einem Sicherheitsabstand von fünf Zentimetern um den Tumor herum operativ entfernt. Auch die umliegenden Lymphknoten werden entfernt. Die Operationstechniken unterscheiden sich abhängig vom betroffenen Darmabschnitt. Wenn es die Ausdehnung und die Lage des Tumors zulassen, wir immer so operiert, dass man auf die Anlage eines künstlichen Darmausganges (Anus praeter) verzichten kann.

Zusätzliche Therapieverfahren wie die Chemotherapie, die Strahlentherapie und die Kombination beider Verfahren dienen dazu, den Operationserfolg zu sichern und die Langzeitprognose der Erkrankung zu verbessern.
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